Letzte Änderung: 20.04.2021 Copyright: dog-psychology-center.ch

Klassische Hundeschulen versus Tierpsychologie

„Hündische Missverständnisse“ Wir möchten in diesem Beitrag aufzeigen, wie sehr man bei klassischer Arbeitsweise auf - passen sollte, dass man beim Hundetraining dominantes Verhalten nicht noch weiter fördert / bestätigt. Man kann hier über die wichtigsten Missverständnisse in einer Mensch-Hundebezie - hung nachlesen, die wir in über 10jähriger Arbeit mit wesensstarken Leithunden in Erfahrung bringen durften.

„Denkweise“ von Hunden (Einleitung)

Es ist allgemein bekannt, dass Hunde (oder Tiere im Allgemeinen) nicht so überlegen kön - nen wie Menschen die Fähigkeit dazu haben (als einzige Spezies des ganzen Universums). Tiere haben nicht nur keinen Verstand, sondern auch ihre Sprache funktioniert nicht über Worte, sondern über Körpersprache . Weil Hunde nicht über (menschlichen) Verstand verfügen , lassen sich weder menschliche Logik - noch Techniken auf Leithunde übertragen. Das ist auch der Grund, warum sich Leithunde NICHT durch klassische Konditionierung (Übungen) „er - ziehen“ lassen. Und doch wird heutzutage in Hundeschulen ein vermenschlichter Umgang mit dem Hund gelernt - man könnte manchmal meinen, man würde auf dem Platz nicht Hunde, sonder Kinder erziehen... Weil 85% aller Hunde Gefolgshunde sind, bei welchem die menschli - che Konditionierung „einigermassen zu funktionieren“ scheint, wird das heutige System nicht in Frage gestellt. Sobald Techniken von Hundetrainern nicht funktionieren, wird die Schuld dann oft dem Hund (Rasse) oder dem Halter zugewiesen Liest man beim Üben auf einem Hundeplatz die Energien und Absichten von Leithunden nicht korrekt, so lernt ein Leithund, dass dominantes, aufgeregtes und respektloses Verhal - ten gewünscht und belohnt wird. So fördert man die Dominanz des Hundes mit jeder Trainingsstunde etwas mehr. Deswegen passiert es, dass nicht der Hund zum Mitglied der Familie wird, sondern die Familienmitglieder zu Rudelmitgliedern des Hundes werden. Ein Leithund, der sich für seine Rudelmitglieder verantwortlich fühlt, beginnt das ganze Territorium (inkl. Rudelmit - glieder) zu kontrollieren und er wird folglich auch Entscheidungen treffen müssen… Menschlich-hündische Fehlinterpretationen in der Hundekommunikation, führen dazu, dass sich Leithunde (in schwierigen Situationen) nicht verstanden fühlen und somit ihrem Halter auch nicht vertrauen können, solange man nur als „grosser Welpe“ des Rudels betrachtet wird. Ein Leithund muss den Lead im Rudel übernehmen , wenn sonst niemand anders diese Position einnimmt oder die Fähigkeit dazu hätte, sie einzunehmen. Ohne gegenseitigen Respekt und Vertrauen kann man auch - die so sehr gewünschte Bin - dung zum Hund - nicht erlangen. Durch eine Wesensanalyse könnte man als 1. Schritt für hündisches Verständnis sorgen, was ein wichtiger Grundstein für Vertrauen wäre. Im 2. Teil wird das passive Kontrollverhalten erläutert, über welches Sie wohl bisher noch nie etwas haben lesen dürfen, obwohl es zu den wichtigsten Punkten gehört, wenn es darum geht, wer das Rudel und das Territorium kontrolliert . Hunde kennen in ihrer Natur keine Trennungsängste! Interpretiert der Mensch Kontrollverhalten fatalerweise als „Trennungsangst“, so sind die Konsequenzen für den Hund katastrophal! Gerade weil die Therapieformen komplett gegensätzlich sind, müsste der Hund immer unsicherer werden. Was   viele   nicht   wissen:   Einen Leithund bekommt man nie „zufälligerweise“ . Nach einer Wesensanalyse wird man auch erkannt haben dürfen, aus welchen Gründen der Hund in das eigene Umfeld gekommen ist.

Klassische Hundeschulen

Die Homepages von Hundetrainern sehen meistens schön und vertrauenswürdig aus - und trotzdem ist es sehr schwierig, die passende Hundeschule zu finden - insbesondere, wenn man einen „wilden“ Leithund hat. Oft sind diese mit solchen Hunden sehr rasch überfordert. Tipps für die Auswahl der passenden Hundeschule: SIE sollten in der Hundeschule im Mittelpunkt stehen und nicht der Hund. Nebst der Chemie, die stimmen muss, sollte der Trainer sich ihren Sorgen und Ängsten annehmen, die Sie mit dem Hund haben, anstelle sich ausschliesslich um Rasse und gelernte Verhaltensmuster (inkl. Vorverurteilung gewisser Rassen) zu beschränken. Akzeptieren Sie keine Aussagen wie: „es ist so, weil es so ist“, oder „weil ich das so sage“. ER/SIE sollte fähig sein, die Übungen mit Ihrem Hund vorzeigen zu können und plausible und verständliche Erklärungen abgeben können. Hundetrainer/innen, die sich rasch nerven, wenn man zu viel fragt, sind selbst unsicher und für einen Leithund nicht die richtige Wahl. Oft ist dafür an solchen Orten die Umge - bung vorbildlich gepflegt und man dürfte in der Wohnung auch kein Stäubchen finden. Gute Ausbildner bleiben stets souverän - also ruhig, geduldig und bestimmt - auch wenn es schwierig wird. Sie lassen sich nicht aus dem Häuschen bringen und arbeiten eher im Jetzt und nach Bauchgefühl, anstelle sich grosse Konzepte zu erarbeiten, die bei Leithunden nicht umsetzbar sein können. Souveräne Ausbildner pflegen i.d.R. auch einen geduldigen und respektvollen Umgang gegenüber ihren Kunden. Gute Ausbildner arbeiten mit Video-Aufzeichnung. Wie soll man an seinem Auftritt oder an seinen Energien arbeiten, wenn man sich nicht selbst sehen kann? Es ist für mich unverständlich, wie man Hundetraining ohne Vi - deoaufzeichnung machen kann. Video-Aufzeichnungen sind auch für den Trainer selbst sehr lehrreich, denn man kann die wichtigen Details sehen, die man in der Situation selbst (durch Ablenkung) übersehen hatte. Unsere Trainings-Videos zählen zu unseren wichtigsten Lehrmittel an unseren Seminaren - nebst den Live-Eindrücken, die man di - rekt aus dem Rudel bekommt. Bei klassischer Konditionierung “gewöhnt” man Hunde an einen Hundeplatz, an die Hunde und deren Menschen, die sich auf dem Übungsplatz befinden. Geht man mit seinem Hund zum ersten Mal in eine neue Hundeschule, so ist die erste Stunde i.d.R. nicht einfach, da (nicht nur für den Hund) alles neu ist: Der Platz, die Hunde, die Menschen und die meist aufgeregten Energien. Oft ist man selbst auch angespannt oder nervös, denn für uns ist ja auch alles neu... Ist man mit seinem Hund dann 5-6 Mal in der gleichen Hundeschule gewesen, so kann man feststellen, dass sich der Hund auf dem Platz sehr gut verhält, denn all das was am Anfang noch neu war, kennt er mittlerweile gut und was ein Leithund kennt, macht ihm in der Re - gel auch keinen Stress mehr (auch die Halter werden mit der Zeit dann entspannter). Leithunde sind sehr intelligent und sie lesen unsere Gedanken . Sie verweigern ent - weder das Training, oder sie machen super mit und lassen alle nur im Glauben, dass sie gehorsam sind. Man darf auch nicht vergessen, dass wenn man zu Hause dem Hund (unbewusster Weise) die ganze Zeit kommuniziert, dass er in der Rangordnung über dem Mensch stehen darf und ihn somit Personen und das Territorium kontrollieren lassen, so kann der Hund in der Hundeschule nicht während 45 Minuten so tun, als wäre die Rangordnung plötzlich eine an - dere. Sie tun alles, damit jeder Hund in der Hundeschule bemerken muss, wie die wirkliche Rangordung zwischen Hund und Halter ist. Dies tun sie, indem sie manipulativ arbeiten und immer im bestimmenden Part bleiben. Wie sie das machen, kann man unter „Sitz gegen Belohnung“ (weiter unten) nachlesen.

Einige Beispiele:

Welpenspielstunde / Sozialkontakte

Man hört und liest immer wieder, wie wichtig es wäre, Hunden regelmässigen Kontakt zu Menschen und Artgenossen zu ermöglichen. Bei 85% aller Hunde kann man das auch so machen, ohne dass es Konsequenzen haben müsste bzw. zu Problemen mit zunehmendem Alter kommen müsste. Hat man hingegen einen wesensstarken Leithund , so müsste dieser bereits in der Welpenspielstunde sämtliche dominant-unsicheren und aufgeregten Energien aller anwe - senden Hunde korrigieren (Stoppen, Schnappen oder schlussendlich auch beissen). Hund und Halter werden dann rasch zur persona non grata und man darf mit seinem Hund nicht mehr auf den Hundeplatz kommen - weil der Hund als aggressiv eingestuft wird... Je älter Leithunde werden, desto ernster nehmen sie ihre Aufgaben im Mensch-Hunde-Ru - del. Über lässt man Hunden die Kontrolle (siehe Kontrollverhalten), so verlieren sie mit der Zeit automatisch das Interesse an Artgenossen . Da alle Leithunde Kontrollverhal - ten zeigen und somit auch Menschen besitzen, wird ein anderer Leithund dann quasi zum Konkurrenten, sobald dieser dieselben Menschen kontrollieren möchte, die bereits von ei - nem anderen Hund kontrolliert oder als ihr Besitz beansprucht werden. Deswegen gibt es i.d.R. auch vor allem immer dann Beissereien, wenn Menschen in unmittelbarer Nähe sind. Ein Leithund wünschte sich einen PASSENDEN Artgenossen zu Hause (keine Einzel - haltung). Man sollte bei der Auswahl den Hund nicht selbst auswählen, sondern den Hund entschei - den lassen - damit der Hund auch passend sein kann! Benutzen Sie unsere Beratung vor dem Kauf , um zu erfahren, worauf bei der Vorselektion geachtet werden sollte. Ein wesensstarker Leithund wird sich für einen (für ihn langweiligen) Gefolgs- hund nicht begeistern können!

Sitz gegen Belohnung

Für Leithunde ist es sehr wichtig, dass Artgenossen sehen können, was für einen Rang sie haben bzw. wer im Mensch-Hundeteam den Lead hat. Warum das so ist, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Man erfährt dies im Prozess der Wesensanalyse. Will man seinen Hund in der Hundeschule „vorführen“ und befiehlt ihn ins Sitz, so kann man folgende Verhaltensmuster beobachten, die ihn im bestimmenden Teil auftreten las - sen: er schaut noch kurz links oder rechts oder schnuppert noch kurz am Boden, bevor er absitzt er bestimmt das Tempo beim Absitzen (langsames, zögerliches Absitzen) er sitzt nicht ganz ab, lässt 1-2 cm Luft (respektloses, angespanntes Sitz) er sitzt und zeigt eine Pfote, die etwas weiter vorne ist als die andere und meistens zeigt sie noch etwas gegen aussen (Fuck-You-Pfote) er sitzt ab und hat beide Pfoten gespreizt Ein sehr wesensstarker Hund, dem es sehr wichtig ist, seinen höchsten Rang zeigen zu können, könnte obige Punkte kombinieren - zuerst herumschauen, Tempo bestimmen und dann mit doppelt gespreizten Pfoten absitzen. So stellt ein Leithund sicher, dass er - nur während des Absitzens - schon mindestens 3 Punkte auf sein Dominanz-Konto verbu - chen kann, ohne dass weder Halter - noch Hundetrainer, davon etwas mitbekommen. Oft wird man vom Trainer auch noch gelobt, wie gut es funktioniert hat! Der Hund kennt die Übungen in- und auswendig. Er weiss, dass er nur hinsitzen muss und seinen Halter bloss (fordernd) anzuschauen braucht, um belohnt zu werden, ohne dass er respektvoll danach fragen müsste, um die Bestätigung zu bekommen. Dies passiert, weil man in Hundeschulen nur auf das WAS schaut , was ein Hund macht, anstatt auf das WIE (ein Hund etwas macht)… Hätte ein Hund respektvolle, fragende Augen (wenn der Hund vor einem im Sitz ist), so könnte man immer weisse Augenringe um die Pupillen herum sehen. Deswegen sieht man bei Leithunden i.d.R. diese weissen Augenringe nicht oder nur dann, wenn sie zur Seite schauen müssen. Bei Leithunden dürfte man nur Augen mit schwarzen Pupil - len kennen dürfen , weil sie immer fordernd und somit auch angespannt sind. Machen Sie den Test! Wenn Sie einen Leithund haben, dürften Sie kein Foto finden dür - fen (zurück bis zum Welpenalter!), wo man weisse Augenringe sehen kann, wenn der Hund einen von unten (auf Verlangen) anschaut. Sie müssten dafür immer auch die „Fuck-You- Pfote“ sehen können. So hat ein Leithund bei der Übung „Sitz“ schlussendlich 4-5 Punkte auf sein Konto verbu - chen können und er hat alle nur im Glauben gelassen , er hätte Unterwürfigkeit (Gehorsam) gezeigt…

Belohnung bei Blickkontakt

Ignoranz gehört bei Leithunden zu den mächtigsten Dominanz-Gesten, um seinen eigenen Rang (gegenüber rangniedrigeren Rudelmitgliedern) zu demonstrieren. Nur ranghöhere Rudelmitglieder dürfen es sich erlauben, einen rangniedrigeres Rudelmitglied zu ignorieren. Würde ein rangniedri - geres Rudelmitglied ein ranghöheres Mitglied ignorieren, so müsste er jedes Mal konsequent korrigiert werden. Erwartet man von Leithunden, dass sie einem in die Augen schauen müssen, bevor es eine Belohnung gibt, so kann man (wenn man gut hinschaut) oft sehen, dass sie nur so tun, als ob sie uns anschauen würden. So können diese (auch wenn es nur 1-2 cm sind) an unseren Augen vorbeischauen, um keine Unter - würfigkeit zu zeigen. Erkennt ein Hundetrainer, dass ein Hund einem nicht wirklich in die Augen schauen will, so ist man rasch so weit, dass man sich das Guddeli zwischen die Augen klemmt und sich dann auch noch einredet, der Hund würde einem in die Augen schauen… Leithunde lassen sich nicht durch menschliche Belohnungssysteme bestechen. Diese zeigen ganz klar, dass sie sich nicht konditionieren lassen.

Warum Hunde nicht im gehorsamen „Fuss“ laufen können

„Mein Hund läuft eigentlich schön Fuss“… das ist die Aussage, die ich oft höre. In der hündischen Übersetzung heisst dies, dass der Hund nur schön Fuss läuft, wenn gerade keine Konkurrenz da ist oder solange man keine Begegnungen mit aufgeregten, unsiche - ren, respektlosen, etc. Energien hat (Tier oder Mensch - wie z.B. Jogger oder Velofahrer). Nach klassischer Methode kann man (nach längerem Üben) erreichen, dass der Hund ge - lernt hat, dass der Mensch sich zufrieden gibt, wenn der Hund nur so tut als würde er im gehorsamen Fuss laufen . Dass er nur so tut, als ob er sich unterordnen würde, kann man dann bei der nächsten Begegnung sehen. Begegnet man aber mit einem Leithund einem anderen, unausgeglichenen Hund an der Leine, so ist sofort alles wieder anders. Derjenige der Führungsanspruch hat, trifft auch Entscheidungen zumal er sich für „sein Rudel“ verantwortlich fühlt. Fusslaufen hat ausschliesslich mit Rangordnung zu tun! Derjenige, der im Fuss läuft, gibt Verantwortung ab. Deswegen wäre es wichtig, dass der Hund die Nase nicht vor unserem Knie hat und auch nicht permanent den Boden abschnup - pert. So fühlt sich der Hund nicht verantwortlich und muss auch keine Entscheidungen treffen. So kann der Hund auch in schwierigen Personen der Hand die ihn führt vertrauen, denn Führung gibt Sicherheit. Was   viele   nicht   wissen: In der Hundewelt ist es sehr wichtig, dass jeder von weitem er - kennen kann, wer das Ranghöchste Rudelmitglied im Rudel ist. Deswegen achten Hunde in der Kommunikation, dass rein aufgrund ihrer Körperhaltung, jeder von weitem sehen kann, wer der wichtige (ranghöchste) Ansprechpartner im Rudel ist. Diese haben u.a. auch den Anspruch, zuerst begrüsst* oder gefragt zu werden , wenn ein fremder Hund fremdes (bereits beanspruchtes) Territorium betreten möchte. Oft verhindern Leithunde nur mit einem (scharfen) Blick, dass ein anderer Hund es wagen könnte, in fremdes Territo - rium einzudringen. Wenn ein Hund bereits besetztes Territorium betreten möchte, so müsste er es respektvoll machen, so dass es keine Konsequenzen haben müsste. * Diese Tatsache kann man auch zu Hause sehen, wenn es klingelt. Normalerweise wollen Hunde den Besuch immer zuerst besuchen. Dabei geht es nur darum, dass Hunde, welche die Wohnung (Territorium) kontrollieren, es nicht zulassen könnten, dass einer ihrer „gros - sen Welpen“ (für die sie sich verantwortlich fühlen), sich als ranghöchstes Mitglied (des Rudels des Hundes) vorstellen würden. So stellen ranghohe Leithunde auch immer sicher, dass niemand anders als sie selbst sich in den Mittelpunkt des Geschehens setzen können. Viele Hunde bringen dann in dieser Situation auch gerne ein Plüschtier, um volle Aufmerk - samkeit zu bekommen. Sie tun dies aber nur bei Personen, welche dieses Verhalten als: „er freut sich, wenn er mich sieht“ (oder ähnliches) interpretieren würden. Ein schönes Bei - spiel, um aufzuzeigen, wie manipulativ Hunde arbeiten und sicherstellen, dass hauptsächlich das wichtigste Rudelmitglied im Mittelpunkt steht bzw. beachtet wird. Wer läuft im gehorsamen Fuss - Hund oder Halter? Hundehalter sind oft verblüfft, wie rasch Hunde bei mir im “Jetzt”, bzw. innerhalb von nur wenigen Minuten schön Fuss laufen, obwohl diese teilweise schon monatelang immer wie - der (erfolglos) “geübt” hatten, korrekt Fuss zu laufen. Hunde merken sofort, wenn wir nur üben, insbesondere wenn wir dann dabei noch Unsicherheiten zeigen, was anfänglich auch normal ist.

Dominanz-Kompensationen bei Hunden

Leithunde (insbesondere Zentralhunde) kompensieren jeden Akt menschlicher Dominanz, wenn der Hund den Menschen als rangniedriger betrachtet. Durch die Kompensation von menschlichen, dominanten Gesten stellt der Hund sicher, dass der Punkt, den er hat abgeben müssen, gleich wieder zurück auf sein Konto kommt. So stellen Leithunde sicher, dass der Mensch am Ende des Tages nicht mehr Punkte auf seinem Konto haben kann als der Hund. “Nötigt” man einen Leithund z.B. vor dem Loslaufen (Fusslaufen) dazu, dass er seinem “grossen Welpen” einen Blick schenken muss, so bekommt man höchstens einen knappen Blick. Oft hat er vorher schon Punkte gemacht, indem er zuerst noch nach links oder rechts guckt, noch rasch am Boden schnuppert, oder ein Gras frisst, etc. bevor man diesen nur kurzen Blick bekommt. Schaut man auch hier auf das WIE ein Hund einen anschaut, kann man den Unterschied zwischen einem dominanten, fordernden Blick gut von einem unter - würfigen, fragenden Blick unterscheiden. Mit diesem kurzen Blick gibt er einem quasi den Befehl: „gib dich zufrieden, ich habe Dich angeschaut. Bestimmt der Mensch dann, dass es los-gehen soll, so hüpfen Leithunde aus dem Sitz raus, um sicherzustellen, dass ihre Nase gleich wieder vor dem Menschen ist. Das hat damit zu tun, weil unter Hunden derjenige die Führung und Verantwortung für das Ru - del übernimmt, der vorne läuft. Gesenkte Kopfhaltung beim Fusslaufen - Nase permanent am Boden Wenn man Hundetrainer fragt, warum der Hund (sobald er Fusslaufen sollte) permanent die Nase am Boden hat (permanentes Abschnuppern), so hört man oft dieselben Aussagen: Es riecht halt nach vielen Hunden oder der Hund würde nur Zeitung lesen… Auch kann man hier sehen, wie wichtig die gesenkte Kopfhaltung in der Kommunikationen von Hunden ist. Würde ein Hund Zeitung lesen, dann könnte man erkennen, dass er einer Spur folgen würde anstelle mit seiner Nase eine Linie zu verfolgen. Er müsste bei interessanten Gerü - chen auch mal stehenbleiben und markieren. Auch in diesem Beispiel kann man die wirklichen Absichten eines Hundes nur korrekt erken - nen, wenn man auf das WIE schaut, wie ein Hund etwas macht anstelle sich nur auf das WAS zu beschränken. Dieses Verhaltensmuster zeigen alle Leithunde, die Verantwortung tragen. Die Auflösung dieses Rätsels bekommt man auch bei der Besprechung der Wesensanalyse. Hunde sind i.d.R. dankbar, wenn man ihnen die Verantwortung (für alles zuständig sein zu müssen) abnehmen würde!
Fortsetzung (Teil 2) Fortsetzung (Teil 2)
Hunde sind die besten Tierpsychologen - Herzlich willkommen!
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Trennungsangst oder Kontrollverhalten bei Hunden Trennungsangst oder Kontrollverhalten bei Hunden

Klassische

Hundeschulen

versus

Tierpsychologie

„Hündische Missverständnisse“ Wir möchten in diesem Beitrag aufzeigen, wie sehr man bei klassischer Arbeitsweise auf - passen sollte, dass man beim Hundetrai - ning dominantes Verhalten nicht noch weiter fördert / bestätigt. Man kann hier über die wichtigsten Missver - ständnisse in einer Mensch-Hundebezie - hung nachlesen, die wir in über 10jähriger Arbeit mit wesensstarken Leithunden in Er - fahrung bringen durften.

„Denkweise“

von

Hunden

(Einlei

-

tung)

Es ist allgemein bekannt, dass Hunde (oder Tiere im Allgemeinen) nicht so überlegen können wie Menschen die Fähigkeit dazu ha - ben (als einzige Spezies des ganzen Univer - sums). Tiere haben nicht nur keinen Verstand, sondern auch ihre Sprache funktioniert nicht über Worte, sondern über Körpersprache . Weil Hunde nicht über (menschlichen) Verstand verfügen , lassen sich weder menschliche Logik - noch Techniken auf Leit - hunde übertragen. Das ist auch der Grund, warum sich Leithunde NICHT durch klas - sische Konditionierung (Übungen) „er - ziehen“ lassen. Und doch wird heutzutage in Hundeschulen ein vermenschlichter Umgang mit dem Hund gelernt - man könnte manchmal meinen, man würde auf dem Platz nicht Hunde, son - der Kinder erziehen... Weil 85% aller Hunde Gefolgshunde sind, bei welchem die menschliche Konditionierung „einigermassen zu funktionieren“ scheint, wird das heutige System nicht in Frage gestellt. Sobald Techniken von Hundetrainern nicht funktionieren, wird die Schuld dann oft dem Hund (Rasse) oder dem Halter zugewiesen Liest man beim Üben auf einem Hundeplatz die Energien und Absichten von Leithunden nicht korrekt, so lernt ein Leithund, dass do - minantes, aufgeregtes und respektloses Verhalten gewünscht und belohnt wird. So fördert man die Dominanz des Hundes mit jeder Trainingsstunde etwas mehr. Deswegen passiert es, dass nicht der Hund zum Mitglied der Familie wird, sondern die Familienmitglieder zu Rudelmitgliedern des Hundes werden. Ein Leithund, der sich für seine Rudelmitglieder verantwortlich fühlt, beginnt das ganze Territorium (inkl. Rudel - mitglieder) zu kontrollieren und er wird folglich auch Entscheidungen treffen müs - sen… Menschlich-hündische Fehlinterpretationen in der Hundekommunikation, führen dazu, dass sich Leithunde (in schwierigen Situationen) nicht verstanden fühlen und somit ihrem Hal - ter auch nicht vertrauen können, solange man nur als „grosser Welpe“ des Rudels be - trachtet wird. Ein Leithund muss den Lead im Rudel übernehmen , wenn sonst nie - mand anders diese Position einnimmt oder die Fähigkeit dazu hätte, sie einzunehmen. Ohne gegenseitigen Respekt und Vertrauen kann man auch - die so sehr gewünschte Bindung zum Hund - nicht erlangen. Durch eine Wesensanalyse könnte man als 1. Schritt für hündisches Verständnis sorgen, was ein wichtiger Grundstein für Ver - trauen wäre. Im 2. Teil wird das passive Kontrollverhal - ten erläutert, über welches Sie wohl bisher noch nie etwas haben lesen dürfen, obwohl es zu den wichtigsten Punkten gehört, wenn es darum geht, wer das Rudel und das Territorium kontrolliert . Hunde kennen in ihrer Natur keine Trennungsängste! Interpretiert der Mensch Kontrollverhalten fa - talerweise als „Trennungsangst“, so sind die Konsequenzen für den Hund katastro - phal! Gerade weil die Therapieformen kom - plett gegensätzlich sind, müsste der Hund immer unsicherer werden. Was   viele   nicht   wissen:   Einen Leithund be - kommt man nie „zufälligerweise“ . Nach einer Wesensanalyse wird man auch erkannt haben dürfen, aus welchen Gründen der Hund in das eigene Umfeld gekommen ist.

Klassische Hundeschulen

Die Homepages von Hundetrainern sehen meistens schön und vertrauenswürdig aus - und trotzdem ist es sehr schwierig, die pas - sende Hundeschule zu finden - insbesondere, wenn man einen „wilden“ Leithund hat. Oft sind    diese    mit    solchen    Hunden    sehr    rasch überfordert. Tipps    für    die    Auswahl    der    passenden Hundeschule: SIE sollten in der Hundeschule im Mittel - punkt stehen und nicht der Hund. Nebst der Chemie, die stimmen muss, sollte der Trainer sich ihren Sorgen und Ängsten annehmen, die Sie mit dem Hund haben, anstelle sich ausschliesslich um Rasse und gelernte Verhaltensmuster (inkl. Vorverurteilung gewisser Rassen) zu beschränken. Akzeptieren Sie keine Aussagen wie: „es ist so, weil es so ist“, oder „weil ich das so sage“. ER/SIE sollte fähig sein, die Übun - gen mit Ihrem Hund vorzeigen zu können und plausible und verständliche Erklärun - gen abgeben können. Hundetrainer/innen, die sich rasch ner - ven, wenn man zu viel fragt, sind selbst unsicher und für einen Leithund nicht die richtige Wahl. Oft ist dafür an solchen Or - ten die Umgebung vorbildlich gepflegt und man dürfte in der Wohnung auch kein Stäubchen finden. Gute Ausbildner bleiben stets souverän - also ruhig, geduldig und bestimmt - auch wenn es schwierig wird. Sie lassen sich nicht aus dem Häuschen bringen und ar - beiten eher im Jetzt und nach Bauchge - fühl, anstelle sich grosse Konzepte zu erarbeiten, die bei Leithunden nicht um - setzbar sein können. Souveräne Ausbildner pflegen i.d.R. auch einen geduldigen und respektvollen Um- gang gegenüber ihren Kunden. Gute Ausbildner arbeiten mit Video- Aufzeichnung. Wie soll man an seinem Auftritt oder an seinen Energien arbeiten, wenn man sich nicht selbst sehen kann? Es ist für mich unverständlich, wie man Hundetraining ohne Videoaufzeichnung machen kann. Video-Aufzeichnungen sind auch für den Trainer selbst sehr lehrreich, denn man kann die wichtigen Details sehen, die man in der Situation selbst (durch Ablenkung) übersehen hatte. Unsere Trainings-Videos zählen zu unseren wichtigsten Lehrmittel an unseren Seminaren - nebst den Live- Eindrücken, die man direkt aus dem Rudel bekommt. Bei klassischer Konditionierung “ge - wöhnt” man Hunde an einen Hundeplatz, an die Hunde und deren Menschen, die sich auf dem Übungsplatz befinden. Geht man mit seinem Hund zum ersten Mal in eine neue Hundeschule, so ist die erste Stunde i.d.R. nicht einfach, da (nicht nur für den Hund) alles neu ist: Der Platz, die Hunde, die Menschen und die meist aufge - regten Energien. Oft ist man selbst auch angespannt oder nervös, denn für uns ist ja auch alles neu... Ist man mit seinem Hund dann 5-6 Mal in der gleichen Hundeschule gewesen, so kann man feststellen, dass sich der Hund auf dem Platz sehr gut verhält, denn all das was am Anfang noch neu war, kennt er mittlerweile gut und was ein Leithund kennt, macht ihm in der Re - gel auch keinen Stress mehr (auch die Halter werden mit der Zeit dann entspannter). Leithunde sind sehr intelligent und sie lesen unsere Gedanken . Sie verweigern entweder das Training, oder sie machen su - per mit und lassen alle nur im Glauben, dass sie gehorsam sind. Man darf auch nicht vergessen, dass wenn man zu Hause dem Hund (unbewusster Weise) die ganze Zeit kommuniziert, dass er in der Rangordnung über dem Mensch stehen darf und ihn somit Personen und das Territo - rium kontrollieren lassen, so kann der Hund in der Hundeschule nicht während 45 Minuten so tun, als wäre die Rangordnung plötzlich eine andere. Sie tun alles, damit jeder Hund in der Hunde - schule bemerken muss, wie die wirkliche Rangordung zwischen Hund und Halter ist. Dies tun sie, indem sie manipulativ arbeiten und immer im bestimmenden Part bleiben. Wie sie das machen, kann man unter „Sitz gegen Belohnung“ (weiter unten) nachlesen.

Einige Beispiele:

Welpenspielstunde / Sozialkontakte

Man hört und liest immer wieder, wie wichtig es wäre, Hunden regelmässigen Kontakt zu Menschen und Artgenossen zu ermöglichen. Bei 85% aller Hunde kann man das auch so machen, ohne dass es Konsequenzen haben müsste bzw. zu Problemen mit zunehmen - dem Alter kommen müsste. Hat man hingegen einen wesensstarken Leithund , so müsste dieser bereits in der Welpenspielstunde sämtliche dominant-unsi - cheren und aufgeregten Energien aller anwe - senden Hunde korrigieren (Stoppen, Schnappen oder schlussendlich auch beis - sen). Hund und Halter werden dann rasch zur persona non grata und man darf mit sei - nem Hund nicht mehr auf den Hundeplatz kommen - weil der Hund als aggressiv einge - stuft wird... Je älter Leithunde werden, desto ernster neh - men sie ihre Aufgaben im Mensch-Hunde- Rudel. Über lässt man Hunden die Kontrolle (siehe Kontrollverhalten), so verlieren sie mit der Zeit automatisch das Interesse an Artgenossen . Da alle Leithunde Kontroll - verhalten zeigen und somit auch Menschen besitzen, wird ein anderer Leithund dann quasi zum Konkurrenten, sobald dieser die - selben Menschen kontrollieren möchte, die bereits von einem anderen Hund kontrolliert oder als ihr Besitz beansprucht werden. Des - wegen gibt es i.d.R. auch vor allem immer dann Beissereien, wenn Menschen in unmit - telbarer Nähe sind. Ein Leithund wünschte sich einen PASSENDEN Artgenossen zu Hause (keine Einzelhaltung). Man sollte bei der Auswahl den Hund nicht selbst auswählen, sondern den Hund ent - scheiden lassen - damit der Hund auch pas - send sein kann! Benutzen Sie unsere Beratung vor dem Kauf , um zu erfahren, wor - auf bei der Vorselektion geachtet werden sollte. Ein wesensstarker Leithund wird sich für einen (für ihn langweiligen) Gefolgs- hund nicht begeistern können!

Sitz gegen Belohnung

Für Leithunde ist es sehr wichtig, dass Artge - nossen sehen können, was für einen Rang sie haben bzw. wer im Mensch-Hundeteam den Lead hat. Warum das so ist, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Man erfährt dies im Prozess der Wesensanalyse. Will man seinen Hund in der Hundeschule „vorführen“ und befiehlt ihn ins Sitz, so kann man folgende Verhaltensmuster beobachten, die ihn im bestimmenden Teil auftreten las - sen: er schaut noch kurz links oder rechts oder schnuppert noch kurz am Boden, bevor er absitzt er bestimmt das Tempo beim Absitzen (langsames, zögerliches Absitzen) er sitzt nicht ganz ab, lässt 1-2 cm Luft (respektloses, angespanntes Sitz) er sitzt und zeigt eine Pfote, die etwas weiter vorne ist als die andere und meis - tens zeigt sie noch etwas gegen aussen (Fuck-You-Pfote) er sitzt ab und hat beide Pfoten gespreizt Ein sehr wesensstarker Hund, dem es sehr wichtig ist, seinen höchsten Rang zeigen zu können, könnte obige Punkte kombinieren - zuerst herumschauen, Tempo bestimmen und dann mit doppelt gespreizten Pfoten ab - sitzen. So stellt ein Leithund sicher, dass er - nur während des Absitzens - schon mindes - tens 3 Punkte auf sein Dominanz-Konto verbuchen kann, ohne dass weder Halter - noch Hundetrainer, davon etwas mitbekom - men. Oft wird man vom Trainer auch noch gelobt, wie gut es funktioniert hat! Der Hund kennt die Übungen in- und aus - wendig. Er weiss, dass er nur hinsitzen muss und seinen Halter bloss (fordernd) anzu - schauen braucht, um belohnt zu werden, ohne dass er respektvoll danach fragen müsste, um die Bestätigung zu bekommen. Dies passiert, weil man in Hundeschulen nur auf das WAS schaut , was ein Hund macht, anstatt auf das WIE (ein Hund etwas macht)… Hätte ein Hund respektvolle, fragende Au - gen (wenn der Hund vor einem im Sitz ist), so könnte man immer weisse Augenringe um die Pupillen herum sehen. Deswegen sieht man bei Leithunden i.d.R. diese weissen Augenringe nicht oder nur dann, wenn sie zur Seite schauen müssen. Bei Leithunden dürfte man nur Augen mit schwarzen Pupillen kennen dürfen , weil    sie    immer fordernd und somit auch angespannt sind. Machen Sie den Test! Wenn Sie einen Leit - hund haben, dürften Sie kein Foto finden dürfen (zurück bis zum Welpenalter!), wo man weisse Augenringe sehen kann, wenn der Hund einen von unten (auf Verlangen) anschaut. Sie müssten dafür immer auch die „Fuck-You-Pfote“ sehen können. So hat ein Leithund bei der Übung „Sitz“ schlussendlich 4-5 Punkte auf sein Konto ver - buchen können und er hat alle nur im Glau - ben gelassen , er hätte Unterwürfigkeit (Gehorsam) gezeigt…

Belohnung bei Blickkontakt

Ignoranz gehört bei Leithunden zu den mäch - tigsten Dominanz-Gesten, um seinen eigenen Rang (gegenüber rangniedrigeren Rudelmit - gliedern) zu demonstrieren. Nur ranghöhere Rudelmitglieder dürfen es sich erlauben, einen rangniedrigeres Rudel - mitglied zu ignorieren. Würde ein rangniedri - geres Rudelmitglied ein ranghöheres Mitglied ignorieren, so müsste er jedes Mal konse - quent korrigiert werden. Erwartet man von Leithunden, dass sie einem in die Augen schauen müssen, bevor es eine Belohnung gibt, so kann man (wenn man gut hinschaut) oft sehen, dass sie nur so tun, als ob sie uns an - schauen würden. So können diese (auch wenn es nur 1-2 cm sind) an unseren Au - gen vorbeischauen, um keine Unterwürfig - keit zu zeigen. Erkennt ein Hundetrainer, dass ein Hund ei - nem nicht wirklich in die Augen schauen will, so ist man rasch so weit, dass man sich das Guddeli zwischen die Augen klemmt und sich dann auch noch einredet, der Hund würde ei - nem in die Augen schauen… Leithunde lassen sich nicht durch menschliche Belohnungssysteme beste - chen. Diese zeigen ganz klar, dass sie sich nicht konditionieren lassen.

Warum

Hunde

nicht

im

gehorsamen

„Fuss“ laufen können

„Mein Hund läuft eigentlich schön Fuss“… das ist die Aussage, die ich oft höre. In der hündischen Übersetzung heisst dies, dass der Hund nur schön Fuss läuft, wenn gerade keine Konkurrenz da ist oder solange man keine Begegnungen mit aufgeregten, unsicheren, respektlosen, etc. Energien hat (Tier oder Mensch - wie z.B. Jogger oder Ve - lofahrer). Nach klassischer Methode kann man (nach längerem Üben) erreichen, dass der Hund gelernt hat, dass der Mensch sich zufrieden gibt, wenn der Hund nur so tut als würde er im gehorsamen Fuss laufen . Dass er nur so tut, als ob er sich unterordnen würde, kann man dann bei der nächsten Begegnung sehen. Begegnet man aber mit einem Leithund ei - nem anderen, unausgeglichenen Hund an der Leine, so ist sofort alles wieder anders. Der - jenige der Führungsanspruch hat, trifft auch Entscheidungen zumal er sich für „sein Ru - del“ verantwortlich fühlt. Fusslaufen hat ausschliesslich mit Rang- ordnung zu tun! Derjenige, der im Fuss läuft, gibt Verantwor - tung ab. Deswegen wäre es wichtig, dass der Hund die Nase nicht vor unserem Knie hat und auch nicht permanent den Boden ab - schnuppert. So fühlt sich der Hund nicht verantwortlich und muss auch keine Ent - scheidungen treffen. So kann der Hund auch in schwierigen Personen der Hand die ihn führt vertrauen, denn Führung gibt Sicher - heit. Was   viele   nicht   wissen: In der Hundewelt ist es sehr wichtig, dass jeder von weitem er - kennen kann, wer das Ranghöchste Rudel - mitglied im Rudel ist. Deswegen achten Hunde in der Kommunikation, dass rein auf - grund ihrer Körperhaltung, jeder von weitem sehen kann, wer der wichtige (rang - höchste) Ansprechpartner im Rudel ist. Diese haben u.a. auch den Anspruch, zu - erst begrüsst* oder gefragt zu werden , wenn ein fremder Hund fremdes (bereits be - anspruchtes) Territorium betreten möchte. Oft verhindern Leithunde nur mit einem (scharfen) Blick, dass ein anderer Hund es wagen könnte, in fremdes Territorium einzu - dringen. Wenn ein Hund bereits besetztes Territorium betreten möchte, so müsste er es respektvoll machen, so dass es keine Konse - quenzen haben müsste. * Diese Tatsache kann man auch zu Hause sehen, wenn es klingelt. Normalerweise wol - len Hunde den Besuch immer zuerst besu - chen. Dabei geht es nur darum, dass Hunde, welche die Wohnung (Territorium) kontrollie - ren, es nicht zulassen könnten, dass einer ihrer „grossen Welpen“ (für die sie sich ver - antwortlich fühlen), sich als ranghöchstes Mitglied (des Rudels des Hundes) vorstellen würden. So stellen ranghohe Leithunde auch immer sicher, dass niemand anders als sie selbst sich in den Mittelpunkt des Gesche - hens setzen können. Viele Hunde bringen dann in dieser Situation auch gerne ein Plüschtier, um volle Aufmerksamkeit zu be - kommen. Sie tun dies aber nur bei Personen, welche dieses Verhalten als: „er freut sich, wenn er mich sieht“ (oder ähnliches) inter - pretieren würden. Ein schönes Beispiel, um aufzuzeigen, wie manipulativ Hunde arbeiten und sicherstellen, dass hauptsächlich das wichtigste Rudelmitglied im Mittelpunkt steht bzw. beachtet wird. Wer läuft im gehorsamen Fuss - Hund oder Halter? Hundehalter sind oft verblüfft, wie rasch Hunde bei mir im “Jetzt”, bzw. innerhalb von nur wenigen Minuten schön Fuss laufen, ob - wohl diese teilweise schon monatelang immer wieder (erfolglos) “geübt” hatten, korrekt Fuss zu laufen. Hunde merken sofort, wenn wir nur üben, insbesondere wenn wir dann dabei noch Unsicherheiten zeigen, was an - fänglich auch normal ist.

Dominanz-Kompensationen

bei

Hunden

Leithunde (insbesondere Zentralhunde) kompensieren jeden Akt menschlicher Domi - nanz, wenn der Hund den Menschen als rangniedriger betrachtet. Durch die Kompensation von menschlichen, dominanten Gesten stellt der Hund sicher, dass der Punkt, den er hat abgeben müssen, gleich wieder zurück auf sein Konto kommt. So stellen Leit - hunde sicher, dass der Mensch am Ende des Tages nicht mehr Punkte auf seinem Konto haben kann als der Hund. “Nötigt” man einen Leithund z.B. vor dem Loslaufen (Fusslaufen) dazu, dass er seinem “grossen Welpen” einen Blick schenken muss, so bekommt man höchstens einen knappen Blick. Oft hat er vorher schon Punkte ge - macht, indem er zuerst noch nach links oder rechts guckt, noch rasch am Boden schnup - pert, oder ein Gras frisst, etc. bevor man diesen nur kurzen Blick bekommt. Schaut man auch hier auf das WIE ein Hund einen anschaut, kann man den Unterschied zwi - schen einem dominanten, fordernden Blick gut von einem unterwürfigen, fragenden Blick unterscheiden. Mit diesem kurzen Blick gibt er einem quasi den Befehl: „gib dich zufrieden, ich habe Dich angeschaut. Bestimmt der Mensch dann, dass es los-gehen soll, so hüpfen Leithunde aus dem Sitz raus, um sicherzustellen, dass ihre Nase gleich wieder vor dem Menschen ist. Das hat damit zu tun, weil unter Hunden derjenige die Führung und Verantwortung für das Rudel übernimmt, der vorne läuft. Gesenkte Kopfhaltung beim Fusslaufen - Nase permanent am Boden Wenn man Hundetrainer fragt, warum der Hund (sobald er Fusslaufen sollte) permanent die Nase am Boden hat (permanentes Ab - schnuppern), so hört man oft dieselben Aussagen: Es riecht halt nach vielen Hunden oder der Hund würde nur Zeitung lesen… Auch kann man hier sehen, wie wichtig die gesenkte Kopfhaltung in der Kommunikatio - nen von Hunden ist. Würde ein Hund Zeitung lesen, dann könnte man erkennen, dass er einer Spur folgen würde anstelle mit seiner Nase eine Linie zu verfolgen. Er müsste bei interessanten Gerü - chen auch mal stehenbleiben und markieren. Auch in diesem Beispiel kann man die wirkli - chen Absichten eines Hundes nur korrekt erkennen, wenn man auf das WIE schaut, wie ein Hund etwas macht anstelle sich nur auf das WAS zu beschränken. Dieses Verhaltensmuster zeigen alle Leithunde, die Verantwortung tragen. Die Auflösung dieses Rätsels bekommt man auch bei der Besprechung der Wesensana - lyse. Hunde sind i.d.R. dankbar, wenn man ihnen die Verantwortung (für alles zuständig sein zu müssen) abnehmen würde!
Hunde sind die besten Tierpsychologen - Herzlich willkommen!
missverständnisse hund mensch
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